Jeder kennt es: Kaum hat man das neue Gratisprogramm aus dem Internet installiert und vergessen, dieses eine Häkchen im Installationsvorgang zu entfernen, ziert auch schon eine neue Toolbar den Browser. Dass diese Such- oder Programmleisten jedoch nicht nur nervig, sondern oft sogar gefährlich sein können, ist weniger bekannt. Wir haben genauer hingesehen und geben Tipps zum Safer Surfen.

 

Vorsicht bei der Installation von Gratis-Programmen

Am Anfang war alles noch gut und schön: Toolbars, auch Werkzeugleisten oder Symbolleisten genannt, dienten ursprünglich der Websuche, indem sie ein Suchfeld in den Browser integrierten. Vor allem die großen Internetdienstleister wie Google und Yahoo boten solche Toolbars an, die die „Suche zwischendurch“ erheblich erleichterten. Heutzutage sind die Symbolleisten eher lästig als nützlich, denn eine Suchmöglichkeit wird eigentlich schon von fast allen Browsern standardmäßig mitgeliefert. Der Browser Google Chrome ermöglicht die Google-Suche und Firefox bietet eine Suche via Yahoo standardmäßig über die Adressleiste an. Der Internet Explorer leitet zur Microsoft-eigenen Suchmaschine Bing weiter. Toolbars werden aber nach wie vor angeboten – wobei dies heute oft andere Gründe hat.

 

Huckepack am Antivirus-Programm

Toolbars werden häufig ungefragt bei der Installation von kostenlosen Brennprogrammen, Antiviren-Tools oder Video-Konvertern aktiviert. Daher werden sie oft als Huckepack-Software bezeichnet. Ein bekanntes Beispiel für ein solches Huckepack-Progamm ist die Ask Search Toolbar, die mit der gängigen Java-Software mitgeliefert wird und es ermöglicht, das Web direkt aus dem Browser zu durchsuchen. Um diese Toolbar zu aktivieren, reicht es, wenn bei der Installation der Java-Software ein bereits gesetztes Häkchen nicht entfernt wird. Zum Teil lassen sich solche Toolbars nur schwer wieder vom PC löschen. Aus dem Internet Explorer lassen sie sich überhaupt nicht entfernen. Sie können lediglich deaktiviert werden. Bei solchen Werkzeugleisten ist Vorsicht geboten: Ihnen wird oft unterstellt, ihre Nutzer auszuspionieren. So wird über die Google Toolbar behauptet, sie würde Nutzerdaten ungefragt an Google senden. Zusätzlich verringern Toolbars die Surfgeschwindigkeit des Browsers.

Sinnlos und oft schwer zu löschen

Nutzen oder Gefahr

Auch, wenn viele Toolbars unbedenklich sind, besteht dennoch die Gefahr, sich mit der Installation einer Toolbar allerlei Viren und Trojaner einzufangen. Es kommt auch immer wieder vor, dass Toolbars unwissende Internetnutzer auf bestimmte Webseiten weiterleiten und sie dort auffordern, ein Passwort einzugeben. So gelangen die Betreiber der unwillkommenen Werkzeugleisten an geschützte Daten. Wir empfehlen euch daher, keine Toolbars zu installieren, da sie keinen wirklichen Nutzen bringen, sondern allenfalls einem wirtschaftlichen Interesse des Betreibers dienen. Im schlimmsten Fall schaden sie euch sogar. Solltet ihr ungewollt in den Besitz einer lästigen Toolbar geraten sein, helfen euch Programme wie Avast Browse Cleanup oder AdwCleaner bei der Beseitigung der Störenfriede.
Zusammenfassend ist also zu sagen: Wer safer surfen will, sollte bei der Installation von Freeware-Programmen auf jeden Fall die benutzerdefinierte Installationsmöglichkeit wählen. Oft kann so die Aktivierung einer Toolbar verhindert werden und ihr erspart euch den mitunter komplizierten Löschvorgang.

 

Ihr habt Erfahrungen mit Toolbars gemacht oder habt weitere Tipps zum Safer Surfen? Verratet sie uns doch in einem Kommentar!

4.0512

geschrieben von

Carolina

Caro ist bei gesagt.getan. für den Bereich Online-Kommunikation zuständig. Sie bloggt, postet, fotografiert, konzipiert und erdenkt so ziemlich alles, was mit digitalen Medien zu tun hat. Und genau darüber schreibt sie hier auch.

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