Pro

Die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke verzeichnete im September 2014 mit über einer Million Euro einen absoluten Spendenrekord. Und das, obwohl ein halbes Jahr zuvor kaum einer wirklich etwas über Amyotrophe Lateralsklerose wusste. Auf die Erkrankung des Nervensystems ALS, die auch den Musekelapparat schwer beeinträchtigt, hat vor allem die so genannte Ice Bucket Challenge auf Facebook aufmerksam gemacht. Ja, auch ich habe mir einen Eimer Eiswasser, garniert mit ein paar Eiswürfeln über den Kopf gegossen und einen kleinen Betrag gespendet. Nur gut dass diese Challenge im Sommer stattfand. Denn Winterzeit ist auch ohne einer eiskalten Dusche Grippezeit. Nicht für mich! Das mag daran liegen, dass ich seit 1. Februar an der 30 Tage grüne Smoothies Challenge teilnehme. Bei der Menge an Vitaminen die ich dadurch täglich aufnehme, haben lästige Viren und Bakterien einfach keine Chance. Durch die 30 Tage Plank Challenge planke ich jeden Tag mindestens 20 Sekunden lang. Das geht im Büro genauso wie zu Hause und ich habe das Gefühl, meinem Körper dadurch fit zu halten. Es gibt natürlich auch Challenges an denen ich mich nicht beteilige. Das ist ja gerade das Schöne. Jeder entscheidet selbst, ob er an einer Challenge teilnehmen will. Alles in allem sind Facebook-Challenges eine super Motivation, sich selbst und anderen etwas Gutes zu tun. Wenn ich mir vorstelle, dass sich tausende Trinkkumpanen auch gerade einen Smoothie mixen, dann schmeckt das grüne Gesöff doch gleich viel besser.
Melanie

Jeder entscheidet selbst, ob er an einer Challenge teilnehmen will.

Contra

Grundsätzlich geht mir der inflationäre Charakter von diesen Facebook Challenges gehörig auf den Geist und auch deren Sinn ist natürlich zu hinterfragen. Mich interessiert es nicht, schnellstmöglich einen halben Liter Bier vor laufender Kamera zu trinken oder mir einen Kübel Wasser über den Kopf zu leeren, auch nicht für einen guten Zweck, denn ich kann auch für den Verein von Ute Bock spenden, ohne ein Biertrink-Video zu machen (Geht ganz einfach, sollte man gleich ausprobieren).
Doch sind diese Challenges nicht nur nervig, sondern auch wirklich gefährlich. Gefährlich jetzt nicht für Leute wie mich, die seit Jahren tagtäglich beruflich mit Online-Medien zu tun haben. Gefährlich aber für Jugendliche, die über die Konsequenzen ihres Handelns eventuell noch nicht so reflektieren und vom Freundeskreis noch viel beeinflussbarer sind. Ich kann ja entscheiden, ob ich bei einer Challenge mitmachen möchte oder nicht, doch ob ein 14-Jähriger dies in gleichem Maße kann, wage ich zu bezweifeln. Und dann lädt er widersprüchlicher Weise ein #photoyouwouldneverpost hoch, weil das „ja alle machen“. Und plötzlich macht dieses Foto die Runde und eigentlich möchte er es nur noch löschen, doch so einfach geht das nicht. Das Foto ist bereits um die halbe Welt unterwegs. Das Internet vergisst nicht. Nie.
Christoph

 

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