Pro

Eigentlich haben es Katzen ja richtig gut. Sie zahlen keine Miete, dürfen jeden Tag ausschlafen, sehen immer aus wie frisch vom Frisör und verfügen über einen privaten Koch- und Putzdienst mit 24-Stunden-Service. Und: Sie haben ein Publikum, das ihnen zu Füßen liegt. Und zwar offline wie online. Es ist doch wirklich so: Sobald sich ein neues Hype-Katzenvideo in die kollektive Facebook-Timeline schleicht, geht ein verzücktes Raunen durch’s gesamte Büro. Weil. So. Süß. Oder lustig, wahlweise. Wer eine Katze daheim hat, verfügt über das Potenzial einer steilen Karriere als Youtuber. Vorausgesetzt das Exemplar hat komödiantisches Talent. Ein recht guter Indikator dafür ist, wenn sich der Kaffeebesuch plötzlich nicht mehr den aktuellen Urlaubsfotos aus Ägypten widmen will, sondern lieber der Katze bei der Vernichtung des neuen Bonsais zuschaut.
Jetzt einmal ernsthaft: Was kann man gegen Katzenvideos haben? Und Katzenfotos? Eben. Nix. Die machen gute Laune, vertreiben Kummer und Sorgen und liefern einen Grund, sich endlich mal wieder bei diesem Freund aus der Volksschule zu melden, von dem man schon seit Ewigkeiten nichts mehr gehört hat. Und: Per Smartphone abrufbare lustige Youtube-Videos mit noch lustigeren Katzen lockern steife Gesprächsrunden auf, nicht nur bei den Sims3. Weiterer positiver Nebeneffekt: Die allgemeine Kitty-Hysterie macht Katzenhaare auf der schwarzen Strumpfhose irgendwie salonfähiger. Schließlich ist man die total smarte Crazy Cat Lady, die auf solche Konventionen, wie saubere Strumpfhosen, pfeift. Und das ist für mich ein nicht zu ignorierender Pluspunkt. Demnach: Ein Hoch auf den Cat Content. Was täten wir nur ohne ihn. In diesem Sinne:

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Caro

 

Contra

Sodala, heute darf ich mich also über Cat Content auslassen. Cat Content also, die Geißel des Internets. Sämtliche Blogs, Websites, alle sozialen Netzwerke sind überladen mit diesen Tieren und dabei sind das doch nicht mal besonders coole, außergewöhnliche Tiere, sondern einfach – nun ja – Katzen. Überall grinsen einem diese fiesen Dinger entgegen, es ist in der Tat zum Katzen. Ein noch so qualitativer, hochwertiger Artikel wird niemals so viele Klicks erzeugen können, wie das Bild einer Katze in einer noch so gewöhnlichen Alltagssituation.
In dem Moment, in dem ich diesen Blogbeitrag schreibe, erzeuge auch ich Cat Content und eigentlich hasse ich mich dafür. Andererseits ist so ein Artikel auch in wenigen Minuten geschrieben und wahrscheinlich werden wir damit mehr Klicks erzielen, als mit unserem großartig recherchierten Artikel über Crowdfunding in Österreich, bei dem die geneigte Leserin / der geneigte Leser auch noch dazu gezwungen wird, sinnerfassend zu lesen.
Naja, was solls:

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Christoph

4.8519

geschrieben von

Carolina

Caro ist bei gesagt.getan. für den Bereich Online-Kommunikation zuständig. Sie bloggt, postet, fotografiert, konzipiert und erdenkt so ziemlich alles, was mit digitalen Medien zu tun hat. Und genau darüber schreibt sie hier auch.

Christoph

Caro ist bei gesagt.getan. für den Bereich Online-Kommunikation zuständig. Sie bloggt, postet, fotografiert, konzipiert und erdenkt so ziemlich alles, was mit digitalen Medien zu tun hat. Und genau darüber schreibt sie hier auch.

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