Perfektion ganz in Weiss

Jeder hat es und trägt es oft und gerne: Das weiße T-Shirt. Das Salzburger Unternehmen STANDARDCOTTON hat es sich zur Aufgabe gemacht, das vielleicht beliebteste Kleidungsstück der Welt zu revolutionieren. Und dabei wieder ganz auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen. Shirts von STANDARDCOTTON werden in Oberndorf bei Salzburg produziert und von dort aus in die ganze Welt versendet. Hergestellt wird das gute Stück ganz nach dem Motto: Verzichte auf das Unnötige und perfektioniere das Wesentliche. Wie Christian Müller, der Gründer des Unternehmens, auf die Idee kam, sich ganz auf weiße T-Shirts zu konzentrieren und wie er es schafft, der Globalisierung damit die Stirn zu bieten, erfahrt ihr hier im Interview.

Herr Müller, was ist ihr allerliebstes Kleidungsstück?

Meine 19 Unzen schwere „H60“ selvage Jeans vom leider verstorbenen schwedischen Designer Per-Ivan Hagberg.

Wie entstand die Idee, den „vielleicht kleinsten Onlinestore“ der Welt zu gründen?

Am Anfang stand die Idee, ein weißes T-Shirt zu entwerfen, das sich aus dem Meer von „mittelmäßigen“ Produkten entscheidend abhebt. Ein Onlinestore erschien uns ideal, da wir als Hersteller so die Möglichkeit haben, direkt an unsere Kunden zu verkaufen.

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Was unterscheidet ein T-Shirt von Standardcotton von einem gewöhnlichen weißen T-Shirt?

Die Antwort liegt sicher in der Summe der vielen Details die unsere T-Shirts auszeichnen. Das fängt schon bei der besonderen Supima Baumwolle aus Amerika an. Durch sie entsteht ein Stoff, der eine 5-fach feinere Webstruktur aufweist als konventionelle Ware. Die hochwertige Verarbeitungstechnik durch 4-fädige Nähte mit integrierter Sicherheitsnaht und einem verstärkten Schulterbereich, um dem „ausleiern“ entgegenzuwirken, machen unsere T-Shirts so einzigartig. Außerdem bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, zusätzlich zu den Standard-Konfektionsgrößen verschiedene „Rückenlängen“ zu ordern. Somit wird das Shirt zum maßgeschneiderten Kleidungsstück. Lediglich bei der Farbe gibt es keine Wahlmöglichkeit – Da halten wir uns ganz an Henry Ford, der über sein „Model T“ Automobil um 1909 sagte: „Sie können ihn in jeder Farbe haben, sofern sie schwarz ist“ – in unserem Fall natürlich weiß.
Dazu kommt unser Anspruch, die komplette Wertschöpfungskette in Österreich zu vereinen. Vom ersten bis zum letzten Schritt – „Made in Austria“ als ehrliches Versprechen.

Wie sieht ein typischer Kunde von Standardcotton aus?

Unsere Kunden legen Wert auf Qualität und die perfekte Ausführung jedes Produktdetails. Die meisten Bestellungen kommen zurzeit aus Asien. Besonders Japaner schätzen Produkte mit hoher Wertigkeit aus europäischen Manufakturen. Rund 35 Prozent der T-Shirts versenden wir in die USA. Auch nach Indien haben sich schon STANDARDCOTTON T-Shirts verirrt. Wir sehen das als „Umgedrehte Globalisierung“: Herstellung in Österreich und Verkauf in China. Nicht umgekehrt.

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Wird es nicht irgendwann langweilig, nur weiße T-Shirts zu verkaufen?

Die Denkweise von STANDARDCOTTON ist in vielerlei Hinsicht anders als die anderer Unternehmen. Somit setzen wir auch auf „Anti-Diversifikation“. Anstatt kontinuierlich die Produktpalette zu erweitern, konzentrieren wir uns ausschließlich auf ein Produkt – dafür auf dieses umso mehr. Wir streben nach handwerklicher Perfektion als Gegenkonzept zu einem alles banalisierenden Massenkonsum.

Bereits seit 2011 ist Christian Müller mit seinem außergewöhnlichen Geschäftsmodell international erfolgreich. 2014 wurde STANDARDCOTTON vom Bundesgremium des Handels mit Mode und Freizeitartikeln der Wirtschaftskammer unter die Top 10 Unternehmen mit der besten Online-Präsenz gewählt. Wir wünschen Herrn Müller weiterhin viel Erfolg und bedanken uns für das Interview.

Images: ©STANDARDCOTTON®
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