Richard Haderer ist ein Internetmensch und macht was mit Medien. Auf hdrr.at bloggt er über … über was eigentlich? Gefühlt über alles, was die Vorlieben und Abneigungen hergeben. Etwa über den „Geruch von frisch gemähtem Rasen“ (Vorliebe) oder Unterwasserlevels (Abneigung). Außer dem Inhalt seines Rasenmähers mag Richard Haderer auch Schatzsuchen. Und zwar speziell die Suche nach dem legendären Schatz des Forest Fenn. Folgerichtig hat er sich gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Bernhard Vosicky vorgenommen, diesen Schatz zu suchen und zu finden. Über dieses „Projekt Silva“ soll eine Dokumentation entstehen, die Haderer und Vosicky per Crowdfunding finanzieren wollen. Und genau darüber hat er uns im Interview erzählt.
Wie viele Stunden am Tag bist du eigentlich im Internet unterwegs?

Puh, also das sind schon 10 Stunden am Tag, wenn man die Arbeit mitrechnet.

Und wie findet das deine Frau?

Nachdem das viel während der Arbeitszeit ist, ist es nicht so schlimm. Aber ich höre schon manchmal, dass ich endlich mein Handy weglegen soll.

Wie kommt man auf die Idee, in den Rocky Mountains auf Schatzsuche gehen zu wollen?

Ursprünglich habe ich im Internet darüber gelesen, über diesen Schatz. Das war Anfang letzten Jahres. Ich hab dann recherchiert und war einfach von dieser Idee fasziniert. Einerseits davon, dass das jemand macht, so einen Schatz zu vergraben und andererseits von dem Gedanken, diesen Schatz suchen zu gehen. Ich hab dann gleich überlegt, wie man das umsetzen kann, diese Schatzsuche. Weil: Wer träumt nicht davon, einmal auf Schatzsuche zu gehen. Ich hab dann relativ bald den Bernhard Vosicky ins Boot geholt, weil ich gewusst hab, da muss jemand mitmachen, der genauso verrückt ist, wie ich.

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Foto: Tony Gigov

Wie überlebt man wochenlang in den Rockies? Vor allem ohne Internet?

Das wissen wir noch gar nicht! Ein großer Teil der Vorbereitung ist ja ein Survivaltraining, wo wir dann lernen, worauf wir achten müssen. Man hört ja immer wieder von Leuten, die diesen Schatz finden wollten und dann aber gerettet werden mussten. Scheinbar ist da schon viel passiert.

Sind die irgendwo runtergefallen oder in einem Sumpf stecken geblieben?

Nein, die haben sich eher verlaufen. Man muss sich vorstellen: Die Rockies sind siebenmal so groß wie Österreich. Das ist nicht der Wienerwald, wo man einfach zwei Stunden in eine Richtung geht und dann schon wieder irgendwo ankommt, wo jemand wohnt.
Und wegen dem Internet: Wir haben versucht, da einen Mobilfunkanbieter als Sponsor zu gewinnen, aber scheinbar fanden die die Idee nicht so toll. Vielleicht muss es also ohne Internet gehen.

Und welche Ausrüstung braucht man sonst noch?

Gute Schuhe auf jeden Fall, eine Jacke, falls es kalt wird und einen Metalldetektor. Das werden wir aber auch im Zuge der Vorbereitungen herausfinden. Ich war ja als Kind Pfadfinder und weiß daher, was man so ungefähr braucht: Wasser, ein Taschenmesser und so.

Und ein ordnungsgemäß geknotetes Halstuch?

Natürlich! Was man aber wirklich braucht, um sich nicht zu verlaufen, ist ein Navi. Und falls das ausfällt, einen Kompass.
Was ist deine Zwischenbilanz zum Crowdfunding? Hat das gut funktioniert?

Ich muss zugeben, ich hab’s mir leichter vorgestellt. Wir haben das ja ein Jahr lang von der Pike auf geplant, haben uns genau überlegt, welche Plattform wir uns aussuchen und zum Start auch einiges an Aktionen und Presse-Aussendungen gemacht. Aber man darf es echt nicht unterschätzen, das ist harte Arbeit. Man darf nicht glauben „ich stelle einen guten Text online und dann wird der viral und dann bin ich reich.“ Man muss immer dran bleiben und die Leute aktivieren.

Hat Forrest Fenn eigentlich schon Wind gekriegt von euren Plänen?

Ich denke nicht. Ich glaube kaum, dass er die Medienberichterstattung in Österreich mitbekommt. Kontaktiert haben wir ihn noch nicht. Das machen wir erst, wenn die Sache finanziell in trockenen Tüchern ist. Er liest ja scheinbar eh jeden Tag seine Emails.

Jetzt, wo die eigene Schatzsuche vor der Tür steht: Sieht man „Indiana Jones“ mit anderen Augen?

Nein, Indiana Jones ist ja nicht echt. Was wir machen, aber schon. Mich fragen ja immer wieder Leute, ob wir das auch wirklich durchziehen. Und ja! Wir machen das wirklich. Ich glaub, Indiana Jones hab ich schon mit vielen Augen gesehen, aber das ist ja alles nur ein Film.

Also darf man sich nicht auf spektakuläre Peitschentricks freuen?

Wobei, das wär eine Idee. Vielleicht kann ich den Bernhard davon überzeugen.

Und vielleicht findet sich ja ein Peitschensponsor, wenn sich schon kein Mobilfunksponsor auftreiben lässt?

Vielleicht die Beate Uhse? Ich hab gehört, die hat sowas. Von anderen natürlich. Von anderen hab ich das gehört.

Was macht man im Ernstfall mit 20 kg Gold?

Es sind ja nicht wirklich 20 kg Gold. Die Truhe allein wiegt ja schon einiges. Die ist uralt und selber schon einiges wert. Und die Schmuckstücke da drin sind alle antik. Außerdem gibt es da schon auch einen ideellen Wert. Immerhin ist das der Fenn Treasure! Ich glaub, da wird es eine spektakuläre Versteigerung geben, wenn wir ihn tatsächlich finden.

Wie schaut das eigentlich rechtlich aus? Darf man einfach so die Rocky Mountains umgraben und 20 kg Gold ausfliegen?

Da haben wir uns noch gar keine Gedanken gemacht. Ob wir den Schatz dann in Österreich eigentlich versteuern müssen und so. Worüber wir uns momentan Gedanken machen, ist, wie wir es geheim halten, wenn wir den Schatz tatsächlich finden. Weil: Wir sind im September vor Ort und der Film kommt erst im Dezember raus. Und, wenn es schon vorher publik wird, ob wir den Schatz gefunden haben, oder nicht, ist ja die Überraschung verloren. Vielleicht werden wir ihn einfach wieder verstecken.

Diesmal im Wienerwald? Immerhin muss man da nur 2 Stunden gehen, im schlimmsten Fall.

Mal schauen.

5.0515

geschrieben von

Carolina

Caro ist bei gesagt.getan. für den Bereich Online-Kommunikation zuständig. Sie bloggt, postet, fotografiert, konzipiert und erdenkt so ziemlich alles, was mit digitalen Medien zu tun hat. Und genau darüber schreibt sie hier auch.

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