Will einer eine Reise tun, so kann er Google nutzen: Seit über einem Jahr bietet Google in Europa die Möglichkeit, Hotels mittels Suchfunktion einfach und übersichtlich zu vergleichen. Und auch zu buchen. Mit diesem Feature will der Internetriese im Online-Reisegeschäft mitmischen. 560 Millionen Euro investierte Google in eine spezielle Software, mit der die Suche nach Hotelzimmern wesentlich vereinfacht werden soll. Wir haben unter die Lupe genommen, wie man den Google Hotelfinder am besten nutzt und was der Vorstoß des Suchmaschinenriesen für die Reisebranche bedeutet. In unserer mehrteiligen Serie berichten wir über Googles Vorstoß in die Tourismusbranche und dessen Auswirkung auf die Hotellerie und Online-Buchungsportale. Teil eins beleuchtet die Hintergründe zum Start des Hotelfinders und die Herausforderungen, vor die er die Reisebranche stellt.

 

Reisen beginnen im Internet

Zufolge einer Studie, die Google in Zusammenarbeit mit TUI Deutschland und dem Marktforschungsunternehmen GfK im Jahr 2013 durchgeführt hat, wird bereits jede dritte Reise im Internet gebucht . Tendenz steigend. Die Urlaubsplanung erfolgt dabei meist per Online-Suche: Wie Google erhoben hat geben 60% aller Online-Reisekunden an, dass eine Suchmaschine der Ausgangspunkt für eine Reiseplanung ist. Die Online-Suche rangiert damit auf Platz 1 aller Online-Ressourcen zur Urlaubsbuchung. Allein durch diese Daten ist schon leicht nachvollziehbar, dass der Hotel- und Flugfinder nicht von ungefähr kommt und Google hier aus einem mächtigen Marktpotenzial schöpft. Und zwar aus einem, an dessen Quelle der Suchmaschinenriese sitzt.

 

Dreh- und Angelpunkt der Hotelsuche

Der Hotelfinder ist mittlerweile fest in den Suchergebnissen von Google verankert. Gibt man die Wortkombination aus der gewünschten Urlaubsdestination und „Hotel“ in die Suchmaske ein, werden in den Suchergebnissen automatisch Einträge des Hotelfinders eingebunden. Diese stehen dabei an prominenter Stelle zwischen den bezahlten Anzeigen ganz oben in der Suchergebnisliste (diese sind mit dem gelb hinterlegten „Anzeige“ gekennzeichnet) und dem ersten organischen Suchergebnis weiter unten. Dargestellt werden die ersten Ergebnisse des Hotelfinders übersichtlich in einer Tabelle, die nicht nur den Hotelnamen umfassen, sondern auch den erwarteten Zimmerpreis, die Sterne-Anzahl, sowie die Gästebewertung laut Google My Business.

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Per Klick auf eines der angegebenen Hotels, wird der User zur gesamten Ergebnisliste weitergeleitet und kann dort die Suche nach dem Wunschhotel fortsetzen und durch die Anbindung von externen Buchungsplattformen oder der Hotelwebseite selbst auch direkt ein Zimmer buchen. Dort wird etwa die Hotelwahl nach Lage, Preis oder Bewertungen angeboten.

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Hat man ein Hotel ausgewählt, erscheint neben einer Auswahl an Fotos und Informationen zum Haus auch eine Kartenansicht, die zur die Lage des Hauses Auskunft gibt.

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Direkt einsehbar sind außerdem Google-Hotelbewertungen sowie Reviews von Booking.com. In einem Balkendiagramm werden Bewertungsangaben zu verschiedenen Elementen des Hauses und Zitate aus einzelnen Reviews übersichtlich zusammengefasst. Der Hotelfinder bietet außerdem die Möglichkeit, Hotels auf einer Merkliste zu speichern.

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Weiters wird eine Auswahl von Buchungsmöglichkeiten angeboten – etwa Buchungsportale oder auch die Hotelwebseite selbst – in deren Rahmen auch schon eine erste Preisinformationen zur Verfügung gestellt werden. Klickt man auf eine dieser Möglichkeiten, wird man direkt auf die Buchungsseite weitergeleitet.

Unter www.google.com/hotels kann der Hotelfinder übrigens auch direkt erreicht werden. Diese Möglichkeit der Direktanwahl des Tools  spielt im Vergleich zum Einstieg per Google-Suche eine weitaus untergeordnete Rolle.

 

Was die Reisebranche dazu meint

Klar ist: Mit dieser umfassenden Aggregation von Hotelinformationen an einem Ort kürzt Google die zielgerichtete Suche nach einer Nächtigungsmöglichkeit immens ab – bremst aber andere Buchungsseiten und Hotelwebseiten in der Suchphase nach einem Hotel gehörig aus. Und diesen gehen dadurch potenzielle Webseitenbesucher abhanden – außer, sie verfügen über eine direkte Anbindung von Google zum hoteleigenen Buchungstool und warten ihre Daten sorgfältig. Damit das eigene Hotel einen repräsentativen Platz im Hotelfinder erhält, gilt es für Hoteliers nämlich, die Herausforderung zu meistern, Google mit sauberen, vollständigen und strukturierten Daten zu versorgen, damit der eigene Betrieb auch gut und korrekt dargestellt wird. Zudem ist die Wahl einer Buchungssoftware zu empfehlen, die die Direktbuchung über Google ermöglicht, ohne auf externe, mit Google verknüpfte Buchungsplattformen angewiesen zu sein, wie im Beispiel zu sehen.

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Geschieht dies nicht, bleibt möglicherweise ein großes Buchungspotenzial ungenutzt. Ein großer Wermutstropfen ist dabei jedoch, dass der Gast die eigentliche Webseite des Hotels gar nicht mehr ansteuern muss, um eine Buchung zu tätigen. Häuser, die besonders auf Image und Inspiration Wert legen und diese durch ihre Webseite transportieren, könnten dabei im Nachteil sein.

 

Wer den Hotelfinder nutzt

Die prädestinierten Nutzer des Hotelfinders sind leicht festzumachen: Den Hotelfinder nutzt, wer sich bereits klar darüber ist, welche Destination er ansteuern möchte und welche Lage das gebuchte Haus genau haben soll. Die Kartenansicht des Hotelfinders leistet hierbei gute Dienste. Auch besonders preissensible Gäste werden ihre Freude mit dem Hotelfinder haben, da dieser den unmittelbaren Preisvergleich besonders einfach macht – auch zwischen den einzelnen Buchungsplattformen. Wer sich erst in der „Inspirationsphase“ befindet, sich also noch nicht sicher ist, wohin die Reise gehen soll oder etwa ein Wellnesshotel sucht, bei dem es keine Rolle spielt, wo genau es liegt, ist kein typischer Nutzer des Hotelfinders. Was der Hotelfinder überdies bisher noch nicht kann: Hotels innerhalb einer größeren Destination ausfindig machen. Wer also in die Google Suchmaske „Hotel Koh Samui“ eingibt, wird keine Ergebnisse aus dem Hotelfinder serviert bekommen.
Jetzt seid ihr dran: Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Google Hotel- oder Flugfinder gemacht?

5.0510

geschrieben von

Carolina

Caro ist bei gesagt.getan. für den Bereich Online-Kommunikation zuständig. Sie bloggt, postet, fotografiert, konzipiert und erdenkt so ziemlich alles, was mit digitalen Medien zu tun hat. Und genau darüber schreibt sie hier auch.

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